Der gläserne Mensch

Der gläserne Mensch

Der Begriff der gläserne Mensch beschreibt das zunehmend leichtfertige Verfahren mit Daten aller Art sowie die vollständige Durchleuchtung des Menschen und seines Verhaltens durch einen überwachenden Staat. Außerdem wird er als Metapher für den Datenschutz benutzt.

Erstmals wurde die Bezeichnung der gläserne Mensch 1920 vom Deutschen Hygiene-Museum in Dresden für anatomische Menschenmodelle verwendet. Dies waren Figuren aus durchsichtigem Kunststoff, die das Innere des Menschen veranschaulichten. Natürlich meint man heute nicht mehr die durchsichtigen Figuren, wenn man vom gläsernen Bürger spricht, sondern, wie oben genannt, das zunehmende Interesse des Staates an den persönlichen Informationen seines Bürgers und seine neuen technischen Überwachungsmethoden, mit denen er sich diese beschafft.

Ausgelöst wurde die Wiederbelebung des Begriffes vor einigen Jahren vor allem durch die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen. Problematisch aus Sicht der Datenschützer ist, dass viele Bürger diese Entwicklung unterstützen, da sie zu viele ihrer Daten freiwillig preisgeben, obwohl sie dies nicht tun müssten. Sie befürchten einen vollständigen Verlust der Privatsphäre und des Rechtes auf informationelle Selbstbestimmung (das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist das Recht des einzelnen Bürgers, über die Veröffentlichung und Verwendung seiner persönlichen Daten selbst zu bestimmen).

  24. Januar 2020
  Kategorie: Text
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